Ich wünsche üblicherweise in den ersten zwei Wochen ein 'Häppi nu yeah'. Kann und will ja nicht den ersten Januar damit zubringen, Gott, die Welt und den Osterhasen anzurufen und diese Formalie erledigen.
Umgekehrt genauso. Gestern rief Frau B. an, eine kurze aber sehr rythmische Liebschaft aus längst vergangenen Tagen, was sag' ich, aus einem längst vergangenen Jahrzehnt. Voller Lebensfreude und neben einem hohen Lustfaktor vor allem auch mit einem Sinn für kleine Gemeinheiten ausgestattet.
Sie ruft seit fast 17(!) Jahren im Schnitt 2-3 mal an. Im neuen Jahr und dann, wenn sie mit ihrem Lover du Jour besonders viel Spass hat und meint, mich mit einem Live-Kommentar was er gerade mit ihr macht, ablenken zu müssen. Anfänglich wollte sie mich damit ärgern und mir deutlich machen, was ich an ihr verpasse. Mittlerweile testet sie damit wohl eher die Standfestigkeit ihres jeweiligen Spielgefährten. Sie stöhnt noch genauso schön wie damals. (Nebengedanke, die Telekom hat sich mit der Einführung der Flatrate selbst ins Knie geschossen, die Anrufe der Frau B. wären voll bilanzwirksam gewesen.)
Gestern also ihre Neujahrsgrüße.
"Schnucki, bist Du gut reingerutscht?"
"Yep, Du auch?"
"Ich nicht, aber er. Und Dir wünsche ich ..."
"Was denn?"
"50% weniger Wixen und 65% mehr Ficken im neuen Jahr"
Unerhört, Frechheit, aber so sie halt.
"Wie kommst Du gerade auf diese Zahlen?"
"Habe ich gewürfelt"
"Du bist noch genauso verrückt wie damals"
Wenn die Vergangenheit einen einholt, macht das einen zwar nicht jünger aber es belebt durchaus.
Ich habe mich für die guten Wünsche artig bedankt, aber darauf hingewiesen, daß ich weder das eine noch das andere tue oder jemals getan hätte. Zerissenes Weihnachtspapier löst sich ja auch magisch auf, Tische decken sich von selbst und das Wasser kommt ohne mein zutun aus dem Wasserhahn. Insofern müssen Wixen und Ficken ihrer Phantasie entspringen. Denn ich hab noch nie ....
Aber geil wars schon mit ihr.
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