Montag, 29. April 2013
PHA (Post-Haircut-Analysis)
Die Zeit heilt alle Wunden.
Und es gibt eigentlich keinen Grund, weshalb die Schar versammelter Kopfhaargestaltungsfachkräfte nach einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie nicht wieder ein vollwertiges und produktives Leben führen können.
Zugegeben, vielleicht war es naiv, die eine Dame zittern zu lassen und anschliessend zu erwarten, dass sie fehler- und verletzungsfrei mit Schere und Messer hantieren kann, während ich ihre Kolleginnen sorgsam an der Wand aufgereiht habe, jederzeit bereit, sie mit dem zielgerichteten Wurf von Haarspraykanistern zu malträtieren.
Und auch ihren vorsichtigen aber völlig mißglückter Versuch, die Situation durch einen Scherz zu entspannen ("Da guckt ja tatsächlich ein attraktiver Mann unter der Mähne hervor") wird sie noch lange in Erinnerung behalten. Ich hatte keine Mähne und so etwas muss ich mir auch nicht nachsagen lassen.
Aber geschickt war sie. Besonders der Trick mit dem sie zwischen Schnitt der Haare und ihrem Fall auf den Kittel es geschafft hat, den Farbton der Haare von ihrem natürlichen kräftigen Braun in Grau zu verzaubern. Damit könnte sie jederzeit im Variete auftreten.
Das, liebe Welt, sind die tatsächlichen Probleme die mich bewegen (nachdem ich alles andere erfolgreich verdrängen konnte)
Und damit bin ich endlich wieder bereit, mich wieder meinem Orgelspiel widmen.
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