"Was sind eigentlich Popper?"
"Sei still, solch schmutzige Worte will ich von Dir nicht noch einmal hören"
Nach dieser spontanen ersten Reaktion ein kurzer Moment der Reflektion. Erziehungsauftrag ist Zuckerbrot und Peitsche, ist Wecken von Begeisterung und Weitergabe von Erfahrung.
Lässt sich eigentlich bei Thema Popper alles optimal verbinden.
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| DER SPIEGEL / Kai Greiser |
"Popper waren einmal ein kurzzeitiges Phänomen, das sich entwickelt hat, um vernünftigen Jungs - die in Lederjacke und Jeans - beizubringen, warum es sinnvoll sein kann, sich auf dem Pausenhof zu kloppen"
"Warum?"
"Frag mich nicht, aber es hat sich selten gut angefühlt"
"Gibt es heute denn noch Popper?"
"Nun, die meisten haben wir damals erfolgreich therapiert. Aber die wenigen, die entkommen konnten, sind heute Banker oder Finanzbeamte."
"Die waren aber bestimmt nicht alle so schlecht, wie Du das jetzt sagst"
"Sohn, kannst Du Dir vorstellen, wieviele Schafe ihr Fell für diese komischen Karottenhosen lassen mussten?"
(Ein Appell an die angebliche Umweltorientierung der Jugend von heute)
"Und denk auch mal an die armen Menschen, die diese Hosen von Hand färben mussten und heute wahrscheinlich die unterste Kaste in Indien bilden - ehemalige Popperhosenfärber"
(Für die heutige arbeitsfaule Jugend müsste dies ein absolutes Tiefschlagargument sein)
"Habe ich noch nie von gehört"
"Siehst Du!"
"Und warum waren die jetzt so schlimm?"
"Weil alles, was Du heute siehst an Oberflächlichkeit, an Schein statt Sein, sich auf diese Popper zurückverfolgen lässt"
Kurzes Zögern. Ich sehe, wie die Argumente ihre volle Wirkung entfalten. Dann ein kurzes Räuspern "Bekomme ich zu Weihnachten das neue Samsung? Tabbi hat auch schon eins"
Ein Sonntag Morgen irgendwo in Deutschland - ein Tag des Scheiterns

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